Warum Mode im Westen misogyn ist Eine gesellschaftstheoretische Betrachtung Es ist eine scheinbar triviale Beobachtung: Frauen können heute nahezu alles tragen, ohne gesellschaftliche Sanktionen befürchten zu müssen. Die Frau in Cargo-Hose und Holzfällerhemd löst weder Spott noch Aggression aus. Sie gilt im schlimmsten Fall als praktisch, im besten als souverän oder modern. Männer hingegen bewegen sich modisch in einem engen Korridor. Ein Mann im Rock, in einer Bluse oder gar im Abendkleid wird nicht neutral wahrgenommen, sondern auffällig markiert: lächerlich, irritierend, provokant. Die Reaktionen reichen von Spott bis hin zu offener Aggression. Diese Asymmetrie ist kein Randphänomen. Sie verweist auf eine tief sitzende gesellschaftliche Ordnung – und auf einen blinden Fleck in vielen Gleichberechtigungsdiskursen. Meine These lautet: Die heutige westliche Mode ist ein Bollwerk der Misogynie. Misogynie – nicht als Gefühl, sondern als Struktur Um diese These zu verstehen, ...