Der katatonische Konjunktiv Oder: Warum wir eigentlich die Welt retten müssten Von Rolf Eustergerling – unter tatkräftiger Mitwirkung einer künstlichen Intelligenz Bill Gates hat ein Interview gegeben. Bei Ezra Klein, New York Times. Und er hat sich dabei ordentlich aufgeregt. Was bemerkenswert ist, denn Bill Gates gehört nicht gerade zu den Leuten, die bei jedem neuen Windows-Update schreiend auf die Straße laufen. Seine Botschaft, etwas verkürzt: Künstliche Intelligenz sei die gefährlichste Technologie, an die sich die Menschheit je herangewagt habe. Dagegen sähen sogar Atomwaffen harmlos aus. Das muss man erst mal sacken lassen. Besonders fassungslos zeigte sich Gates darüber, dass wir längst sicherheitskritische Grenzen überschritten hätten, die wir vor wenigen Jahren noch für unantastbar hielten. Und dass darauf – nichts geschieht. Na ja. Nichts stimmt natürlich nicht ganz. Wir entwickeln die Technologie mit Volldampf weiter. Das ist immerhin etwas. Ich habe mich darüber mit...
Die dritte Erfindung Lange Zeit habe ich die Ansicht vertreten, dass der Mensch eigentlich nur zwei Dinge wirklich erfunden hat: Geld und Religion. Alles andere, was wir als „Erfindungen“ bezeichnen, erschien mir eher als Anwendung von Naturgesetzen, die ohnehin schon existierten. Das Feuer war schon da. Elektrizität war schon da. Schwerkraft, Magnetismus, Chemie, Licht, Hebelgesetze – alles vorhanden, lange bevor der Mensch auftauchte. Wir haben sie nicht erschaffen, sondern entdeckt und genutzt. Geld hingegen existiert nur, weil Menschen daran glauben. Religion ebenfalls. Beide würden mit dem Verschwinden der Menschheit spurlos verschwinden. Heute traf mich jedoch eine Erkenntnis wie ein Bus. Ich hatte eine dritte Erfindung übersehen. Die Sprache. Nicht die rudimentären Signale der Tierwelt. Nicht Warnrufe, Balzlaute oder Duftspuren. Kommunikation gibt es in der Natur überall. Wale singen, Vögel rufen, Ameisen hinterlassen chemische Nachrichten, Bienen tanzen ihren Artge...