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Geschlechtliche Statusasymmetrien in der westlichen Kleiderordnung

  Geschlechtliche Statusasymmetrien in der westlichen Kleiderordnung Eine strukturtheoretische Analyse Abstract Der Beitrag untersucht geschlechtercodierte Kleidung in westlichen Gesellschaften als symbolisches Statussystem. Ausgangspunkt ist die Beobachtung einer asymmetrischen Grenzüberschreitung: Während Frauen seit dem 20. Jahrhundert zunehmend ehemals männlich konnotierte Kleidung ohne nachhaltige Sanktion tragen können, bleibt die Aneignung weiblich konnotierter Kleidung durch Männer gesellschaftlich stark markiert. Der Artikel argumentiert, dass diese Asymmetrie auf eine fortbestehende hierarchische Codierung von Weiblichkeit verweist. Misogynie wird dabei nicht als individuelles Ressentiment, sondern als strukturelles Sanktionsprinzip verstanden, das symbolische Geschlechterordnungen stabilisiert. 1. Einleitung: Beobachtbare Asymmetrien In westlichen Gesellschaften ist seit dem 20. Jahrhundert eine sukzessive Angleichung weiblicher Kleidungspraktiken an vormals männli...
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Homo inquīsītor

  Der Mensch hat fast nichts erfunden Ein immanentes Pamphlet Der Mensch rühmt sich seiner Erfindungen. Er spricht von Fortschritt, von schöpferischer Kraft, von der Überlegenheit seines Geistes. Doch bei genauer Betrachtung schrumpft die Liste dessen, was tatsächlich erfunden wurde, auf ein Minimum. Fast alles, was wir „Erfindung“ nennen, ist in Wahrheit Entdeckung . Die Dampfmaschine ist kein schöpferischer Akt. Niemand hat erfunden, dass Wasser sich beim Übergang in den gasförmigen Zustand ausdehnt. Niemand hat erfunden, dass Druck Arbeit verrichten kann. Was getan wurde, war eine Anordnung: eine technische Choreografie bereits existierender Naturgesetze. So verhält es sich mit jeder Technik. Elektrizität, Mechanik, Chemie, Digitaltechnik – sie alle beruhen auf Eigenschaften der Welt, die unabhängig vom Menschen existierten. Der Mensch hat sie nicht hervorgebracht, sondern lesbar gemacht . Technik ist kein Akt der Schöpfung, sondern ein Akt der Nutzung. Wissenschaft...

Pink Crossies

  Pink Crossies  oder warum Mode patriarchalisch ist  Vorwort: Mode im Westen ist misogyn (eine Analyse)  Eine gesellschaftstheoretische Betrachtung  Es ist eine scheinbar triviale Beobachtung: Frauen können heute nahezu alles  tragen, ohne gesellschaftliche Sanktionen befürchten zu müssen. Die Frau in  Cargo-Hose und Holzfällerhemd löst weder Spott noch Aggression aus. Sie gilt  im schlimmsten Fall als praktisch, im besten als souverän oder modern.  Männer hingegen bewegen sich modisch in einem engen Korridor. Ein Mann  im Rock, in einer Bluse oder gar im Abendkleid wird nicht neutral  wahrgenommen, sondern auffällig markiert: lächerlich, irritierend, provokant.  Die Reaktionen reichen von Spott bis hin zu offener Aggression.  Diese Asymmetrie ist kein Randphänomen. Sie verweist auf eine tief sitzende  gesellschaftliche Ordnung – und auf einen blinden Fleck in vielen  Gleichberechtigungsdiskursen. Meine These la...