Direkt zum Hauptbereich

Posts

Die Grenzen der KI - und meine Freiheit

  Was ich durch KI gelernt habe – obwohl sie (noch) nicht liefert Ich habe in letzter Zeit viel mit KI gearbeitet – vor allem mit Bild-KI, um abstrakte Ideen visuell umzusetzen. Manche Ergebnisse waren gut. Viele waren frustrierend. Aber vor allem war es: lehrreich. Hier sind meine vier persönlichen Erkenntnisse aus diesen Erfahrungen: 1. KI tötet Kreativität nicht – sie triggert sie. Die größte Angst vieler Menschen ist: „Wenn ich die KI benutze, verliere ich meine eigene kreative Kraft.“ Bei mir war das Gegenteil der Fall: Ich kam schneller zu Entwürfen, zu Ideen, zu neuen Sichtweisen. Die KI gab mir Impulse – und zwar viel mehr, als ich erwartet hätte. ➡️ Das Beste daran: Ich kam ins "Machen" statt ins "Nachdenken". 2. Wenn es um Stimmung geht – funktioniert’s. Wenn’s um Logik geht – nicht. Die KI kann wunderbar: Atmosphären erzeugen Symbolik andeuten Farben, Stile, Bildideen schnell visualisieren Aber sie scheitert an: Räumlicher Logik Proportionen Exakter Anord...
Letzte Posts

Steine ohne KI

  Steine im Zeitalter der Simulation Dieses Bild zeigt eine reale Steinskulptur, entstanden lange vor der Verfügbarkeit generativer KI. Doch heute ist diese Information bedeutungslos geworden. Nicht, weil das Werk seine Wirklichkeit verloren hätte – sondern weil sich unser Verhältnis zu Bildern verändert hat. Ein Foto ist kein Beweis mehr. Es ist nur noch eine mögliche Erscheinungsform. Was hier zu sehen ist, kann nicht durch ein Bild verifiziert werden. Nur durch Präsenz: durch Nähe, durch Zeit, durch das eigene Scheitern beim Versuch, es nachzuvollziehen. Die Steine stehen nicht, weil sie „unmöglich“ sind, sondern weil sie im richtigen Moment, im richtigen Gleichgewicht, in stiller Übereinstimmung mit der Schwerkraft platziert wurden. Dieses Werk behauptet nichts. Es lädt ein. Nicht zum Glauben, sondern zum Tun.

Die Violinistin

  Bei mir war sie zuerst Eine Geschichte über Musik, Kultur und Besitz Prolog – Der Ort Berliner Platz, früher Nachmittag. Menschenströme, Einkaufsgeräusche, das übliche urbane Rauschen. Zwischen Bäckerei, Drogerie und leerstehender Glasfassade steht eine junge Frau mit einer Geige. Sie spielt nicht laut, nicht aufdringlich. Sie spielt, als würde sie sich selbst erinnern. Niemand weiß, woher sie kommt. Niemand fragt. Teil 1 – Musik als Störung Sie steht vor einer Boutique, die es eigentlich nicht gibt: ein leerer Raum mit Logo im Fenster, Modeplakate, aber kein Geschäftsbetrieb. Eine Fassade von Bedeutung. Die Geigerin beginnt zu spielen. „Danny Boy“. Langsam. Unverkennbar. Die Ladenbesitzerin – die den Raum nur „repräsentativ“ nutzt – tritt heraus. „Das ist hier kein Platz für Straßenmusik. Sie stören den Geschäftsbetrieb.“ Es gibt keinen Betrieb. Aber es gibt Besitzanspruch. Die Geigerin bleibt ruhig. Sie spielt weiter. Die Frau macht ein Foto. Ein Bew...

Work-LIfe-Ballons

Work-Life-Ballons Wenn Freiheit als Problem erscheint Vorspann: Immer häufiger wird nicht mehr gefragt, wie wir Arbeit gerecht organisieren, sondern wie wir Menschen zu mehr Arbeit bewegen können. Wenn das Recht auf Teilzeit plötzlich als „Problem“ erscheint, ist das kein arbeitsmarktpolitisches Detail, sondern ein kulturelles Symptom. Es zeigt, wie Freiheit schleichend in eine Störgröße verwandelt wird. Arbeit als moralische Pflicht Die öffentliche Debatte über Arbeitszeit ist längst nicht mehr neutral. Sie ist normativ gerahmt: Nicht das System wird befragt, sondern das Subjekt. Wer Teilzeit wählt, gilt implizit als Abweichung – nicht als Gestalter seines Lebens. Die Frage, ob das Recht auf Teilzeit eingeschränkt werden solle, transportiert drei stillschweigende Annahmen: Erstens, dass Arbeitszeit primär gesellschaftliche Pflicht sei. Zweitens, dass ökonomische Probleme durch zu geringe Arbeitsbereitschaft entstünden. Drittens, dass Verantwortung beim Einzelnen liege – nich...

Keine Existenz ohne Wahrnehmung

  Existenz ohne Wahrnehmung ist kein Sein – sondern ein Kategorienfehler Oft hört man das scheinbar selbstverständliche Argument: „Das Universum existiert doch auch dann, wenn niemand da ist, um es wahrzunehmen.“ Was dabei übersehen wird, ist, dass diese Aussage bereits das voraussetzt, was sie zu beweisen vorgibt: ein erkennendes Subjekt. Denn ein „Universum, das niemand wahrnimmt“, kann nur gedacht werden, indem es gerade wahrgenommen wird – nämlich von dem, der es denkt. Wer behauptet, es existiere unbeobachtet, hat sich selbst bereits als metaphysischen Beobachter eingesetzt. Das ist kein sprachliches Paradox, sondern eine ontologische Schranke. Ein hilfreicher Vergleich ist Blindheit. Blindheit bedeutet nicht, „schwarz zu sehen“. Schwarz ist eine Farbe – also bereits Wahrnehmung. Blindheit ist vielmehr das, was du hinter dir siehst, wenn du nach vorne schaust: keine Wahrnehmungskategorie überhaupt. Nicht Dunkelheit, sondern Abwesenheit von Sichtbarkeit. Genauso verhält...

Die Wahl

 Hinweis Dieser Text ist ein Werk der Fiktion. Personen, Parteien, Institutionen und Ereignisse sind entweder frei erfunden oder werden in verfremdeter Form dargestellt. Etwaige Ähnlichkeiten mit realen Personen, Parteien oder tatsächlichen Vorgängen dienen ausschließlich der literarischen und gesellschaftlichen Reflexion und stellen keine Tatsachenbehauptungen dar. März 2027 – Nacht der Wahl Der Plenarsaal des Bundestages wirkte an diesem Abend größer als sonst. Nicht weil mehr Menschen da waren – im Gegenteil –, sondern weil die Reihen ausgedünnt waren wie in einem schlecht geheilten Knochen. Zwischen den Abgeordneten klafften Lücken, in denen sonst Gewissheiten gesessen hatten. Auf den Besuchertribünen murmelte es, gedämpft wie in einer Kirche vor der Beerdigung. Niemand wusste genau, wer hier eigentlich begraben wurde. Vielleicht nur ein Amt. Vielleicht mehr. Die dritte Wahlrunde stand bevor. Zwei waren schon gescheitert. Martin Schlutz hatte in den ersten beiden Durchgängen er...

KI als Cannabis-Substitut

  Zwischen Entlastung und Verstärkung: Chatbots als psychologische Verstärker Einleitung: Cannabis als Modellfall Cannabis ist für viele Menschen eine entspannende Substanz. Für eine große Mehrheit bleibt der Konsum ohne langfristige psychische Folgen. Für eine kleine, aber nicht unbedeutende Minderheit hingegen erhöht regelmäßiger und intensiver Konsum das Risiko psychotischer Erfahrungen deutlich. Meta-analysen zeigen, dass Personen mit hohem Konsum ein bis zu etwa vierfach erhöhtes Risiko für psychotische Störungen haben im Vergleich zu Nichtkonsumenten – ein Effekt, der dosisabhängig ist. In der klinischen Forschung gilt Cannabis deshalb nicht als primäre Ursache von Psychosen, sondern als externer Verstärkungsfaktor : Er wirkt auf ein bereits vulnerables neurobiologisches System ein und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dysfunktionale Wahrnehmungs- und Bedeutungsprozesse stabil werden. Diese Perspektive stellt eine präzise, empirisch begründete Alternative zu kulturkritis...